Die Investition in ein modernes Klimasystem für ein großes Kartoffellager vor 10 Jahren brachte den Eigentümern und ihren Kunden so viele Vorteile, dass seither auch die älteren Lager modernisiert wurden. Ein Bericht von David Williams. 

Das von Omnivent entwickelte Kartoffellager für 12.000 t Kartoffeln mit Saugbelüftung hat seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, als die Kartoffeln aufgrund der Coronamaßnahmen länger gelagert werden mussten.

„Lagerräume sind keine Krankenhäuser, sondern nur Schuppen, und die Kartoffeln werden nie besser, als sie es bei der Einlagerung waren“, betont Christoper Lee, Finanzvorstand von PJ Lee & Sons Ltd mit Sitz in Cambridgeshire, einem der größten Familienbetriebe im britischen Kartoffelsektor. „Wir können die Qualität der geernteten Kartoffeln aus schwierigen Jahren oder von grenzwertigen Böden nicht verbessern, aber wir tun alles, was wir können, um eine Verschlechterung der Qualität von der Sortierung bis zur Räumung unserer Lager maximal ein Jahr später zu minimieren. Kartoffeln sind wie Granaten, die nur darauf warten, hochzugehen. Doch unsere Investitionen in die Lagerung helfen uns, die geernteten Kartoffeln und ihren Zustand so zu managen, dass sie den spezifischen Anforderungen unserer Kunden entsprechen.“

Die Lees verfügen über Lager für bis zu 32.000 t Kartoffeln sowie vier selbstfahrende vierreihige Kartoffelroder mit vier automatischen Sortierbändern. Etwa 26.500 t werden an verschiedene Abnehmer in der Pommes frites- und Verpackungsindustrie sowohl in Großbritannien als auch auf den Kanarischen Inseln verkauft. Darüber hinaus werden 1.800 t Pflanzkartoffeln an einem zweiten Standort gelagert. 

Im Lager verschließen Plastikvorhänge die Öffnungen zwischen den Reihen der Kartoffelkisten, sodass Luft effektiv durch die Kartoffeln gesaugt wird.

Modernes Lager

2014 investierte die Familie Lee in ein modernes Kartoffellager mit einer Kapazität von 12.000 t Kartoffeln in sieben Lagerräumen unter einem Dach. Das Lager wurde mit einem Klimasystem der niederländischen Firma Omnivent ausgerüstet, bei dem Ventilatoren die Luft durch die Kartoffeln saugen und nicht wie bei einem herkömmlichen System die Umgebungsluft durch das Lager blasen.

„Früher fuhren wir jedes Jahr in die Niederlande, um Pflanzkartoffeln zu kaufen. Dort stellten wir schon bald fest, dass die besten Kartoffeln von Erzeugern mit Lagersystemen von Omnivent stammten“, fährt Christopher Lee fort. „Deshalb haben wir Omnivent mit der Entwicklung und Lieferung der Ventilatoren für unser neues Lager betraut. Die Luftverteilung ist entscheidend und das Team verfügt über umfangreiches Wissen und viel Erfahrung hinsichtlich der Funktionsweise von Lagersystemen. Wenn wir einmal ein Problem haben, können wir uns an den Kundendienst wenden, der mit erfahrenen Agrarwissenschaftlern besetzt ist und sofort praktische Vorschläge und Lösungen bietet.“

Optimale Luftverteilung

Die Kisten wurden eigens für das Saugbelüftungssystem entwickelt und über die gestapelten Kistenreihen werden Nylonvorhänge gelegt, die eine Abdichtung ergeben und sicherstellen, dass Luft durch die Kartoffeln gesaugt wird. Dies sorgt dafür, dass Behandlungen, etwa mit Keimhemmungsmitteln, gleichmäßig über alle Kartoffeln verteilt werden und nicht wie bei herkömmlichen Systemen hauptsächlich auf den Kartoffeln oben und seitlich in den Kisten landen.

Corona hob Vorteile hervor

Christopher Lee erzählt, dass zu Coronazeiten besonders gut zu sehen gewesen sei, wie gut das Lagersystem funktioniert. „Wie bei anderen Großproduzenten schrumpfte auch unser Markt damals, weil die Leute nicht mehr auswärts aßen. Wir fürchteten, dass länger gelagerte Kartoffeln verderben würden, aber nach 13 Monaten waren sie immer noch kaum von der neuen Ernte zu unterscheiden und unsere Kunden waren nach wie vor mit unserer Lieferung zufrieden. Zu einer Zeit, als viele Erzeuger einen Überschuss hatten, haben wir alles verkauft, was verfügbar war.“

Weitere Investitionen

Ab 2019 wurden auch ältere Lager mit maßgeschneiderten Belüftungs- und Klimasystemen von Omnivent modernisiert. Die bestehenden Lager waren nicht für die Umstellung auf Sauglüftung geeignet, aber alle anderen Aspekte wurden wie im neuen Lager optimiert. Das Ziel ist, dass die Kartoffeln bis Mai oder Juni des folgenden Jahres möglichst immer noch der Qualität bei der Ernte entsprechen.

„Während die Gewichtsverluste während der Lagerung in der Branche normalerweise 12–14 % betragen, liegen wir im Durchschnitt bei 7 % pro Saison. Das bedeutet: viel mehr verkaufsfähige Kartoffeln.“

Feuchtigkeitskontrolle ist für Christopher Lee eine Selbstverständlichkeit. „Es ist großartig. Wir können die Kundenspezifikationen erfüllen, ohne eine Austrocknung zu riskieren“, erklärt er. „Das bedeutet, dass wir weniger Strom verbrauchen und weniger Gewicht verlieren. Die Qualität bleibt besser. Unsere Versuche über Gewichtsverluste zielen auf Konsistenz und Genauigkeit ab. Anstatt ähnliche leere Kisten zu wiegen, wiegen wir die eigentliche Kiste, in der die Kartoffeln gelagert wurden, um unsere Zahlen zu ermitteln, da während der Lagerung Feuchtigkeit aus den Kartoffeln auf die Holzplatten und den Rahmen übertragen wird.

Sicherer und besser

Die Lagerräume sind mit CO2-Rückgewinnung ausgerüstet. „Das macht sich bezahlt, da wir die Lagerräume nach der Begasung länger verschlossen halten und vermeiden können, dass unbehandelte Umgebungsluft eintritt“, sagt Christopher Lee. „Das CO2 sinkt auf den Boden des Lagers, von wo es zurückgewonnen und durch Wärmetauscher geleitet wird, um Energieverluste zu minimieren, bevor es nach draußen geblasen wird.“

„Aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen haben wir früher vor der Arbeit in den Lagerräumen die Luftklappen geöffnet, damit das CO2 abzieht. Jetzt behalten wir das Gas in den Lagerräumen und filtern das CO2 mit OmniRecups heraus. Ominivent hat für uns ein maßgeschneidertes Begasungsprogramm entwickelt, das nach den Anforderungen eines verantwortungsvollen Managements zertifiziert wurde. Die Kosten für die Begasung stiegen im ersten Jahr der Nutzung auf 650.000 £ für Minzöl und sind jetzt, seit wir DMN verwenden, nur geringfügig niedriger. Wir verwenden die gleiche vorgegebene Menge, aber da das Omnivent-System sicherstellt, dass Luft und Gas genau dorthin gelangen, wo sie benötigt werden, werden die Anwendungen reduziert und die Ergebnisse sind sogar noch besser, was eine langfristige Lagerfähigkeit gewährleistet.“

Niedrigerer Energieverbrauch

Zusätzliche Einsparungen werden durch den niedrigeren Energieverbrauch erzielt. Die Experten von Omnivent sind überzeugt, dass Kondensation kein Problem darstellt, wenn der Luftstrom richtig ist und die Kartoffeln richtig gelagert werden. Christopher Lee bestätigt dies und sagt, dass die Ventilatoren jetzt in keinem der Lagerräume der Familie über längere Zeiträume in Betrieb seien. Die Saugbelüftung ist im Schnitt nur 6–8 Stunden pro 24 Stunden in Betrieb und in den älteren Lagern läuft die Zwangsbelüftung etwa 12–14 Stunden pro Tag – viel weniger als vor der Installation der Steuerungs- und Verteilsysteme von Omnivent. „Eine kürzere Betriebszeit bedeutet weniger Gewichtsverlust, einen niedrigeren Stromverbrauch und mehr Kartoffeln zum Verkaufen“, sagt Christopher Lee. Eine genaue Echtzeitüberwachung jedes Lagerraums sowie der Systemaktivität ist über eine Smartphone-App möglich, die auch die Steuerung von jedem beliebigen Ort mit Internetverbindung ermöglicht.

Das Lagerverwaltungssystem von Omnivent bietet automatische Steuerung, Überwachung und Bedienung aus der Ferne über eine Smartphone-App.

Ein guter Ruf

PJ Lee & Sons erfreut sich einer steigenden Nachfrage nach Kartoffeln, auch von Kunden aus dem Ausland. „Das System von Omnivent hat unseren Ruf als Lieferanten von qualitativ hochwertigen Kartoffeln wirklich noch weiter verbessert und wir erhalten viele Anfragen von Käufern aus dem Vereinigten Königreich und dem Ausland. Dank der exakten Klimasteuerung können wir in unserm eigenen Labor die idealen Lagerbedingungen ermitteln, um Kartoffeln liefern zu können, die für eine bestimmte Zubereitungsart geeignet sind oder bestimmten Parameter entsprechen. Durch die Lieferung von Kartoffeln, die optimale Ergebnisse ermöglichen, können wir auch Premiumpreise erzielen.“

Schnelle Amortisation

Laut Christopher Lee kostet das System von Omnivent etwa 20 % mehr als herkömmliche Alternativen. „Als wir das neue Lager errichteten, ging es uns weniger um die Kosten als vielmehr darum, optimale Bedingungen zu schaffen, um die ‚Granaten‘ so lange wie möglich in optimalem Zustand zu halten. Was die Kartoffel will, bekommt die Kartoffel, und wir waren uns einig, dass wir vollkommen zufrieden wären, wenn sich das System von Omnivent innerhalb von 15 Jahren amortisiert. Aber jetzt, nach nur 10 Jahren, sind wir überzeugt, dass es sich bereits amortisiert hat. Falls wir in Zukunft ein weiteres Lager bauen, werde ich sicher keinen anderen Lieferanten in Erwägung ziehen.“

Dieser Artikel wurde ursprünglich von David Williams verfasst und erschien in der Farmers Guide-Ausgabe vom Januar 2025

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